Als Jurist, der seit vielen Jahren in Spanien lebt und selbst spanische Auslandsstudienprogramme absolviert hat, werde ich oft gefragt, wie es ist, Jura im Ausland zu studieren. Heute möchte ich einige wesentliche Vorteile eines Jurastudiums im Ausland vorstellen, um Interessierten hilfreiche Anregungen zu liefern.
Internationale Rechtsauffassung entwickeln
Der größte Vorteil eines Jurastudiums im Ausland ist das Kennenlernen verschiedenster Rechtsordnungen. Während man in Common-Law-Ländern wie Großbritannien oder den USA ein tiefes Verständnis für die Fallrechtssystematik entwickelt, erlernt man in kontinentaleuropäischen Ländern wie Deutschland oder Frankreich die Prinzipien des geschriebenen Rechts. Diese rechtssystemübergreifenden Erfahrungen sind für die spätere internationale Praxistätigkeit von unschätzbarem Wert. Während meines Studiums in Madrid besuchte ich oft internationale Rechtseminare und stellte fest, dass Kommilitonen mit Auslandserfahrung deutlich kompetenter bei länderübergreifenden Fällen auftraten.

Exzellente Lehrressourcen an Top-Universitäten
Viele europäische und amerikanische Law Schools verfügen über weltweit renommierte Lehrkräfte. Hier ein Vergleich einiger angesehener Hochschulen:
| Law School | Besondere Stärken | Berühmte Absolventen |
| Harvard Law School | Verfassungsrecht, Internationales Recht | Mehrere US-Präsidenten |
| Oxford Law Faculty | Common Law Tradition, Menschenrechte | Zahlreiche britische Premierminister |
| Sorbonne Law School | Zivilrecht, EU-Recht | Französische Spitzenpolitiker |
Diese Universitäten bieten nicht nur herausragende Bibliotheken, sondern vor allem direkten Zugang zu führenden Rechtswissenschaftlern. Vorträge von bekannten Richtern oder Senior Barristers zu erleben, ist eine außerordentliche Chance, die im Heimatland selten möglich ist.
Sprachkenntnisse und Karriereentwicklung
Ein Jurastudium setzt ausgezeichnete Sprachkenntnisse voraus; durch das Eintauchen im Ausland verbessern sich fremdsprachliche Kompetenzen enorm – speziell ein sicherer Umgang mit Legal English eröffnet immense Karrierechancen. Mehrere Bekannte von mir haben ausschließlich wegen ihrer juristischen Englischkenntnisse Stellen in internationalen Kanzleien erhalten.
Viele sorgen sich, ob die sprachlichen Hürden zu hoch sind, dabei meistern die meisten – mit einer guten Basis – innerhalb eines Jahres die Umstellung. Das Wichtigste ist kontinuierliches Lernen mit Ausdauer und Zielstrebigkeit.
Praxisnahe Möglichkeiten und berufliches Netzwerk
Im Ausland bieten juristische Fakultäten zahlreiche Praktika, unter anderem in Kanzleien, bei Gerichten oder in NGOs – ähnlich wie in spanischen Wirtschafts- und Managementstudiengängen. Dadurch vertieft man nicht nur theoretisches Wissen, sondern knüpft auch wichtige berufliche Kontakte. So wurde eine Kommilitonin direkt nach ihrem Praktikum von einer Londoner Kanzlei übernommen.
Wer ein Jurastudium im Ausland erwägt, sollte dies sorgfältig bedenken. Wer jedoch wirklich für das Fach brennt und eine internationale Karriere anstrebt – wie man es auch bei Bewerbungen für Finanz- und Rechnungswesenprogramme sieht – für den ist dieser Weg eine hervorragende Option. Für die Bewerbung sind eine Vielzahl an Unterlagen nötig, etwa Motivationsschreiben und Empfehlungsschreiben. Daher rate ich, mindestens ein Jahr im Voraus mit der Vorbereitung zu beginnen.