Als jemand, der seit drei Jahren als ganz normaler Arbeitnehmer in Spanien lebt, möchte ich meine realen Erfahrungen zu Einkommen und Lebenshaltungskosten teilen. In letzter Zeit wird dieses Thema in meinem Freundeskreis oft diskutiert – vor allem Neuankömmlinge sind unsicher, ob das Einkommen tatsächlich für die Grundausgaben reicht.
Einkommenssituation der Arbeiterklasse in Spanien
Nach aktuellen Daten liegt der gesetzliche Mindestlohn in Spanien im Jahr 2024 bei 1.080 Euro brutto im Monat. Tatsächlich verdienen die meisten Arbeitnehmer aber zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Restaurantbedienungen, Supermarkt-Kassierer:innen, Reinigungskräfte und ähnliche Berufe bewegen sich meist nahe am Mindestlohn, während Fachkräfte wie Elektriker:innen oder Friseur:innen oft auf 1.500–2.000 Euro kommen.

Analyse der wichtigsten Lebenshaltungskosten
Hier eine übersichtliche Tabelle zu den typischen monatlichen Ausgaben im Raum Madrid:
| Kostenpunkt | Monatlicher Betrag | Hinweise |
| Miete | 400–700 | Vom WG-Zimmer bis zur eigenen Wohnung |
| Lebensmittel | 200–300 | Meistens selbstgekocht |
| Verkehr | 50–80 | Monatsticket Metro ca. 55 Euro |
| Nebenkosten | 80–120 | Alle Versorger enthalten |
| Sonstiges | 100–200 | Kleidung, Freizeit, Kommunikation |
Die Tabelle zeigt: Die Grundausgaben für das Leben liegen etwa zwischen 830 und 1.400 Euro im Monat. Die Wohnkosten machen dabei den größten Anteil aus, weshalb viele sich eine Wohnung teilen.
Persönliche Erfahrung
Ich selbst arbeite in einem Café und verdiene monatlich rund 1.300 Euro. Für mein WG-Zimmer am Stadtrand von Madrid zahle ich 450 Euro. Meine Lebensmittelausgaben liegen bei etwa 250 Euro, weil ich vor allem selbst koche und nur gelegentlich essen gehe. Für den Nahverkehr gebe ich 55 Euro aus, auf die Nebenkosten entfallen anteilig 90 Euro.
Insgesamt komme ich auf feste Ausgaben von rund 845 Euro und habe somit 455 Euro übrig – für Kleidung, Freizeit, Rücklagen usw. Reich wird man damit sicherlich nicht, aber der Alltag lässt sich meistern. Wer jedoch einen höheren Lebensstandard anstrebt, braucht natürlich ein entsprechend höheres Einkommen.
Praktische Spartipps
Nach meinen Erfahrungen gibt es etliche Möglichkeiten, die Ausgaben im Alltag zu senken. Wichtigster Punkt ist die Miete: Wählt man Stadtrandlagen mit guter Anbindung, lässt sich hier oft deutlich sparen. Lebensmittel sind in Spanien generell relativ günstig – selbst zu kochen kommt im Vergleich zum Restaurantbesuch deutlich billiger.
Auch lohnt es sich, alle Rabatte und Angebote zu nutzen. Viele Supermärkte reduzieren zu bestimmten Zeiten die Preise, und auch Kino, Fitnessstudio & Co. bieten oft Studenten- oder Jugendtarife an. Diese kleinen Sparmöglichkeiten nicht unterschätzen: In Summe machen sie das Leben wirklich erheblich günstiger. Fazit: In Spanien kann man mit entsprechender Planung und maßvollem Konsum die Grundausgaben mit dem Arbeitseinkommen gut decken.